St. Afra Abend - 50 Jahre „Fall“ Brüsewitz

St. Afra Abend - 50 Jahre „Fall“ Brüsewitz

St. Afra Abend - 50 Jahre „Fall“ Brüsewitz

Freitag, 7. August 2026, 18:00 Uhr
Saal Haus der Kirche, Markt, 10, 01662 Meißen
Uwe Dr. Weise
Kollekte

Zum zweiten Mal wollen wir am Namenstag unserer Heiligen Afra gedenken. In diesem Jahr indem wir ihr Zeugnis in den Zusammenhang mit einem Jahrestag stellen, der seinerzeit zu den schwersten Einschnitten in der Existenz der evangelischen Kirche in der DDR gehörte und sich auch im August diesen Jahres zum 50. Male jährt: die Selbstverbrennung von Pfr. Oskar Brüsewitz. Kaum ein Ereignis hat die evangelische Kirche in der DDR - und zugleich auch das Verhältnis zwischen Kirche und Staat - so sehr erschüttert wie dieses Fanal am 18. August 1976 in Zeitz. Das persönliche christliche Zeugnis, das ins Martyrium führte, steht dabei in spannungsreicher Beziehung zur kirchenpolitischen Diplomatie einerseits und zur staatlichen Verunglimpfung des Opfers und der Kirche andererseits. Der letzte Satz im Abschiedsbrief des Oskar Brüsewitz lautet: „In wenigen Stunden will ich erfahren, soll ich erfahren, dass mein Erlöser lebt.“ Darin klingt eine Unbedingtheit an, die nicht nur für Christen eine verstörende Konsequenz des Glaubens offenlegt. Aber in diesem Spannungsfeld sind eben seit jeher die Heiligen, die Märtyrer, die Heißsporne, die Opfer auch angesiedelt. Am Afra-Abend dem „Fall“ Brüsewitz zu gedenken und ihn zu bedenken, kann unser eigenes Verständnis vom Zeugnis eines Christen schärfen.
Zum Anlass dieses Gedenktages wurde der seinerzeit 1992 vielfach preisgekrönte Dokumentarfilm „Der Störenfried“ neu digitalisiert. Der Regisseur Thomas Frickel ist so freundlich, unserer Gemeinde vorab eine dieser neubearbeiteten Kopien samt Aufführungsrechten zur Verfügung zu stellen. Der Film hat in der Zeit seiner Entstehung die innerkirchliche Diskussion um den „Fall“ nochmals lebhaft entfacht. Heutzutage sieht man diesen Film aus einer anderen Perspektive, wiewohl hier aus dem bleibenden Zeugnis eines Pfarrers unter totalitären Bedingungen neue Aktualität erwächst.
Im Anschluss an die Aufführung wird bei einem Glas Wein noch die Möglichkeit zum offenen Gespräch über das Gesehene bestehen.
Der Eintritt zum Film ist frei; wir bitten um eine Kollekte.

 

"Wohltuend: Frickels Portrait kommt ohne tendenziöse Linien aus, er vertraut auf die Bilder, die Aussagen der Befragten, die Dokumente und die Zuschauer."
Udo Lemke / Sächsische Zeitung 


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